Harmonie & WDR Rockpalast proudly presents
Gefrässige Raupen und wunderschöne Schmetterlinge. Zuckerbrot und Peitsche.
Fuzzige Riffs und zuckersüße Melodien. Bikini Beach setzen auf ihrem neuen Album
auf Kontraste. „Cursed“ ist schon Album Nummer sieben der Grenzgänger vom
Bodensee. Sänger und Gitarrist Nils Hagstrom und Bassistin Charlotte Love wohnen
in Konstanz, Schlagzeuger Flip kommt aus der nahen Schweiz.
„Seit 2020 ist alles wie verflucht“, erklärt die Band den Albumtitel. „Als wir für unser
fünftes Album „Atoll“ im Studio waren, fing gerade die Corona-Pandemie an. Das
überschattete nicht nur den Release und die kommenden Touren komplett, sondern
brachte auch viel Unheil, Angst und Chaos mit sich. Nicht mal zwei Jahre später
dann der Ausbruch des Krieges in Europa, der immer noch andauert. Welcher Mist
kommt wohl noch alles auf uns zu?“
2025 klingen Bikini Beach düsterer als bisher. Kein Wunder, bei all dem Scheiß um
uns herum. In den Texten geht es um sehr persönliche Probleme oder die Wut auf
die Gesamtsituation. Der Planet geht vor die Hunde, Nazis und Populisten feiern
Wahlsiege und in der Nachbarschaft fliegen Bomben und Marschflugkörper. „Uns ist
bewusst, dass wir zwar einerseits in einer super privilegierten Gesellschaft leben,
aber gleichzeitig wird man teilweise einfach nur fassungslos über aktuelle
Geschehnisse“, so die Band.
May The Fuzz Be With You
Trotzdem ist da diese wundervolle Musik. Gitarrist Nils, Bassistin Charlotte und
Drummer Manuel nehmen uns an die Hand und ziehen uns in den hintersten Winkel
des Kaninchenbaus. Da wo die Karotten blau sind, der Boden leuchtet und die
Löwenzahnblätter nach Marzipan schmecken. Herrlicher schrammeliger Lo-FiSound, gepflegte Slacker-Attitude. Mit einer Prise Surf und Psychedelic. Bester
Sixties-Garagen-Sound wie aus der Hitschmiede von Fuzztones oder Miracle
Workers. Dabei haben die Fuzz-Darlings aus Konstanz nichts mit den Helden der
Eighties am Hut.
„Diese Bands kannten wir tatsächlich bis vor kurzem gar nicht“, sagt Nils zu den
Wurzeln von Bikini Beach. „Eigentlich gibt es null Verbindung zu den Eighties wie
auch zu den Seventies. Die haben sich auch nur an den Sixties orientiert, wie wir.
Unsere Wurzeln gehen auf die frühen Alben von Ty Segall, Thee oh Sees, SixtiesGarage wie Them, Link Wray, oder ganz einfach die Beatles zurück. Manchmal
schleichen sich auch klassische Black Metal Licks, die Stimmung von Joy Division
oder Nirvana-ähnliche Riffs ein.“
Declaration Of Fuzz
Die Produktion von „Cursed“ war wieder ziemlich DIY. Aufgenommen haben Bikini
Beach größtenteils im eigenen Proberaum am Bodensee. Das Schlagzeug haben sie
wieder im Elbdeich-Studio in Hamburg mit ihrem Labelboss Velvet Bein recorded.
Flip hat den letzten Schliff bei sich zu Hause gemacht, Percussions eingespielt und
weirde Synth Noises gebastelt, außerdem hört man seine Mutter wieder am Ende in
den Backing Vocals singen. Großartig.
Für den Mix konnte die Band einen echten Fachmann gewinnen: Ärzte-Bassist
Rodrigo „Rod“ González. „Letztes Jahr im Sommer hatte er schon unsere Single
gemischt. Da haben wir gemerkt, dass die Zusammenarbeit mit ihm super ist und er
all unsere Wünsche perfekt umsetzen kann. Es hat auch dieses Mal wieder tadellos
funktioniert, wir sind echt mehr als happy mit dem Ergebnis“, schwärmt die Band.
Until The Fuzz Takes Us
Für das farbenfrohe Artwork, das wirkt wie aus einem Biologie-Buch, ist Bassistin
Lotti verantwortlich. „Beim Albumcover haben wir lange überlegt, wer das machen
kann“, lässt die Band wissen. „Am Ende wollte Lotti etwas im Stil von Maria Sibylla
Merian illustrieren, einer großartigen Wissenschaftlerin und Künstlerin, die Insekten
studiert hat. Den Kontrast zwischen einer schönen Illustration und etwas als eher
eklig betitelten wie Insekten fanden wir einfach passend.“
Wolfram Hanke (Zündfunk, Ox)
Veranstalter: In-Takt Veranstaltungs GmbH

