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BLUEGRASS JAMBOREE – Bluegrass & Americana Festival
04.12.2019 (Mi)
Beginn: 20:00 Uhr
AK-Preis: Folgt
VVK-Preis* 27,50 €
* Exklusiver Abholpreis in der Harmonie bis 1 Tag vor Veranstaltungsbeginn.

Der legendäre „Banjo-Bus“ kehrt ab November-Dezember zur 11. Tournee des Kult-Festivals zurück in die Konzerthallen der Republik. An Bord sind neben Banjos auch wieder Mandolinen, Geigen, Gitarren und ein Kontrabass. Meisterlich gespielt begleiten sie die vielfältigen Sänger, die den drei Top-Ensembles aus den USA den jeweiligen unvergleichlichen Original-Sound geben:

Hoot and Holler mit authentisch-modernem Americana-Roots-Folk sind zwei Straßen-Troubadoure aus North Carolina. Die Price Sisters aus Ohio singen weiblichen Traditional Bluegrass, gewürzt mit Mandolinen- Banjo- und Geigensoli der Extraklasse. Progressiver, rockiger Jamgrass von Chicken Wire Empire aus Wisconsin zeigt, wie erfrischend anders und wilder man Bluegrass auch spielen kann. Traditionell versammeln sich zum großen Finale alle Musiker auf der Bühne zur gemeinsamen Begegnung mit dem Publikum, ein würdiger und traditioneller Abschluss jedes Jamborees.

Das Bluegrass Jamboree – Festival of Bluegrass and Americana Music ist in Europa einmalig und wird auch im Mutterland der Bluegrass Szene mit Lob und Interesse gepriesen. Dank bester Kontakte in die Zentren des Musikstils gelingt es Bluegrass Impresario Rainer Zellner (von der European Bluegrass Union als „Bluegrass Personality of the Year“ ausgezeichnet) immer wieder rechtzeitig die aktuell angesagten Künstler zu präsentieren. So finden sich etliche spätere Stars und Grammy-Gewinner auf der Künstlerliste der vergangenen Bluegrass Jamboree Jahrgänge. „Wer Bluegrass verpasst ist selber schuld!“ (Badische Neue Nachrichten) „Wurzeln der Popmusik!“ (Süddeutsche Zeitung)

 

Hoot and Holler – Roots Americana

Amy Albey und Mark Kilianksi repräsentieren perfekt einen aktuellen Trend in der nordamerikanischen Roots Music: Die authentischen Folk-Klänge der Appalachen im Südosten sind wieder angesagt: Clawhammer Banjo, Flatpicking Gitarre und Oldtime Fiddle sind der archaische akustische Teppich für neue Songs und aktuelle Texte des Duos. Modernisierer wie Gillian Welch und David Rawlings sowie die legendären Appalachen-Originale Roscoe Holcomb, Doc Boggs und Ola Belle Reed sind die Pole, zwischen denen sich die Energie dieser zwei weitgereisten Straßen-Troubadoure entlädt.

 

The Price Sisters – Traditional Bluegrass

Zum ersten Mal beim Jamboree sind mit den Price Sisters Künstlerinnen aus Ohio, mitten aus der der Heimatregion des Bluegrass zu erleben. Geigerin Leanna Price und Mandolinistin Lauren Price Napier sind Zwillinge, aufgewachsen im authentischen Umfeld legendärer Bluegrass Künstler. Kein Wunder, dass sie ihre Instrumente meisterhaft im seltener werdenden traditionellen Sound beherrschen. Dazu ihre besonderen Stimmen, ungewöhnlich und kaum in den überwiegend männlich dominierten Bands der Szene zu erleben. Junge Frauen als Bandleaderinnen sind im traditionellen Bluegrass immer noch eher rar. Das Repertoire der Price Sisters stammt vorwiegend aus der goldenen Zeit des Genres, mit Songs und äußerst virtuosen Banjo, Mandolinen- und Geigenstücken. Den Schwestern zur Seite stehen Lincoln Hensley (Banjo), Matthew Parsons (Gitarre) und Andrew Brown (Kontrabass)

 

Chicken Wire Empire – Progressive Grass

Bluegrass aus Wisconsin – weit weg von den Bergen des Südostens der USA, kein Wunder, dass es da etwas moderner und mutiger wird. Zum ersten Mal wird beim Jamboree mit dem „Empire“ eine Band aus der „Jamgrass“-Szene auf der Bühne stehen. Mit langen expressiven Soli der Bluegrass Instrumente, Rockelementen und modernem Songwriting hat sich dieser Stil auf eigenen Festivals zum Renner entwickelt, ist hierzulande allerdings noch nicht so bekannt wie in USA. Die fünf Musiker haben zuerst ihre Bluegrass-Hausaufgaben absolviert und sich dann zu neuen akustischen Ufern aufgemacht, im besten Sinne von Bill Monroe, dem „Father of Bluegrass Music“, der aus Blues, Fiddle Tunes, Gospel und Celtic Folk Balladen in den 40er Jahren seinen eigenen Stil formte. Chicken Wire Empire ist ganz vorne mit dabei, Jamgrass und Progressive Bluegrass weiterzuentwickeln.

 

ÜBER DIE BLUEGRASS MUSIC

Längst hat sich die Bluegrass Music in ihrer nun über siebzigjährigen Geschichte in viele Winkel der Erde verbreitet. Sie entstand in den 40er Jahren in den wilden Hügeln der Appalachen im Südosten der USA aus der Begegnung der Kulturen der neuen Siedler und der Sklaven. Es waren vor allem die Einwanderer aus Irland und Schottland, die ihre Tanzmusik und überlieferten Balladen in den abgelegenen Regionen als Unterhaltung pflegten. Dort begegneten sie der Musik der afrikanischen Sklaven, mit ihren raffinierten komplexeren Rhythmen und Gesängen. Dazu kamen Spirituals und Gospels mit mehrstimmigen Gesangstechniken. Diesen „Soundtrack“ der Region machte Bill Monroe mit seinen Bluegrass Boys (benannt nach dem Bluegrass State Kentucky, wo das Gras etwas blauer wächst als anderswo) zur „Bluegrass Music“. Elvis Presley formte daraus „Rock’n’Roll und Rockabilly“ und die Elektrifizierung der Instrumente führte zur „Country Music“. Damit lagen damals schon die Wurzeln der amerikanisch geprägten heutigen Popmusik vor. Bluegrass selber, mit seinen wegweisenden Urgruppen wie Monroe, Stanley Brothers, Flatt & Scruggs und vielen anderen blieb rein akustisch und verschwand in den Blütezeiten des Rock’n’Roll beinahe von der Bildfläche. Erst die Hinwendung der studentischen Szene der 60er Jahre mit ihren Folk Festivals und Folk Stars, aber auch der Wertschätzung einer „Kultur der einfachen Leute“, führten zu neuer Begeisterung beim Publikum in Stadt und Land.

 

Seitdem hat sich die Musik oft gehäutet, rückbesonnen, nach vorne geblickt und immer weiter wachsende Fangemeinden gefunden. Sehr viele Konzert-Besucher sind gleichzeitig selber Musiker, die sogar ihre Instrumente zu den Events mitbringen um sich in den Pausen nächtelangen gemeinschaftlichen Sessions hinzugeben. Die großen Festivals ziehen zigtausend Fans aus aller Welt an und präsentieren neben den Stars immer auch die neuen Entwicklungen. Und die Musiker werden immer jünger: In den USA sieht man unglaublich virtuose Kinder- und Familienbands, nicht einfach nur auf Leistung trainiert, sondern mit Feuer und Begeisterung für Mandoline, Geige, Banjo, Gitarre, Kontrabass oder Hawaiigitarre – den typischen Instrumenten der Bluegrass Musik. Auch wenn sie dabei die Zukunft im Auge haben, so zeigen die jungen Künstler dennoch großen Respekt vor den Gründungskünstlern und den klassischen Spieltechniken der einzelnen Instrumente. Die aktuelle Popmusik greift als musikalische Frischzellenkur verstärkt auf Bluegrass Elemente zurück:  Banjos, Mandolinen, Fiddles, mehrstimmiger Gesang, typische Harmonien…vieles davon schon in vor langer Zeit in den Bergen der Appalachen zuhause.

Mit freundlicher Unterstützung von Bear Family Records, No Fences, GBMA, Hufgeflüster, Hillbilly Guesthouse,  Folker

Veranstalter: In-Takt Veranstaltungs GmbH